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Interessengemeinschaft rettet mit Spende Leben: Zwei neue Defibrillatoren hängen nun in Vicht

StädteRegion Aachen. Sie hängen an Wänden und retten Leben: Automatisierte Externe Defibrillatoren, kurz AED. 33 solcher Geräte sind inzwischen im Altkreis Aachen zu finden und können in Notfällen von Ersthelferinnen und Ersthelfern genutzt werden. Zwei neue Standorte wurden in dieser Woche offiziell in Stolberg-Vicht bekannt gegeben. Dahinter verbirgt sich eine beispielgebende Initiative.
Vor drei Jahren wurde das Netzwerk „Region Aachen rettet“ ins Leben gerufen mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu gewinnen, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schnell helfen können. Um sich beteiligen können, muss man natürlich in Erster Hilfe geschult sein. Darüber hinaus muss man sich in der Alarmierungs-App „Corhelper“ registrieren lassen.
Mit den AED stehen Geräte zur Verfügung, die die Erstmaßnahmen vor dem Eintreffen der Rettungskräfte wirkungsvoll unterstützen können. Zwei davon befinden sich nun in Vicht, genauer: an der Apotheke neben der Kirche und an der Tankstelle am Ortsausgang Richtung Zweifall. Die Idee dafür entstand bei einer Fortbildung der Feuerwehreinheit 42, der Löschgruppe Vicht. Da die Geräte nicht günstig sind, wandte sich die Feuerwehr an die Interessengemeinschaft Schönes Vicht. Mit Erfolg: Beim Pfarrfest wurden 4.444 Euro überreicht.  Vichts Löschgruppenleiter Michael Küther: „Ich bin überwältigt.“
„Wir waren natürlich sofort bereit, die Feuerwehr bei dieser guten Sache zu unterstützen“, sagt die stellvertretende IG-Vorsitzende Hildegard Lüttecke. Der Verein brachte die Summe durch den Erlös aus dem Buchverkauf „Ohne Worte“ zusammen, einem Bildband, der Fotos des Ortes in der Flutkatastrophe 2021 zeigt. Zwei Auflagen waren schnell vergriffen.
Der Leiter des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz bei der StädteRegion Aachen, Andreas Dovern, wünscht sich mehr solcher Initiativen wie in Vicht: „Ein flächendeckendes Netz von AED in der Region Aachen wäre ideal, denn schließlich zählt bei einer Reanimation jede Sekunde.“ Deswegen hofft er, dass das Engagement der Interessengemeinschaft Schule macht. Außerdem wirbt er dafür, die Defibrillatoren 24/7 greifbar zu machen. Das ist derzeit nicht bei allen Standorten der Fall, denn oft befinden sich die AEDs in oder an Geschäftsgebäuden. Von den insgesamt 33 bei der StädteRegion gemeldeten Apparaten sind 15 rund um die Uhr, inklusive der Wochenenden und Feiertage, zugänglich.
Die Aktion „Region Aachen rettet“ umfasst neben der StädteRegion auch die Stadt Aachen sowie die Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen. Mehr als 6.300 Menschen haben sich bisher in der „Corhelper“-App eingetragen und werden benachrichtigt, wenn sich ein Notfall in der Nähe ereignet. In den drei Jahren des Bestehens zählte das Netzwerk mehr als 3.300 Einsätze in der Region Aachen, bei denen Ersthelferinnen und Ersthelfer zur Stelle waren. „Diese Zahlen beweisen, dass wir mit der Aktion wirklich Leben retten“, betont Dovern.
Experten empfehlen eine Ersthelferquote von mindestens einem Prozent. Die Hälfte hat die Aachener Region schon geschafft. Im Jahr 2022 lag die Quote bei exakt 0,49 Prozent. Deshalb wirbt das Netzwerk „Region Aachen rettet“ bei allen Menschen, die die Voraussetzungen erfüllen, sich als „Corhelper“ zu engagieren.

Veröffentlicht am: 28.03.2024
 

Kontakt

Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz
Kranzbruchstraße 15
52152 Simmerath
Tel: +49 241 5198-3888